Colette Couleau, Diskretes Chaos
27. Januar – 9. März 2006
Die aus Toulouse stammende Künstlerin präsentiert eine Serie von grossformatigen China-Tusche-Zeichnungen mit abstrakten Figurationen. Diese erinnern an biomorphe Strukturen, die unter dem Mikroskop betrachtet und aufgeblasen wurden. Die Formen wiederholen sich nie und bleiben stets singulär. Durch die Anordnung der Formen auf der Bildfläche, entsteht eine räumliche Tiefe, die neue Beziehungen der Figuren untereinander, sowie die Erfahrung von Distanz und Nähe für den Betrachter bereit hält. Die Sichtbarkeit der zeitintensiven und genauen Arbeitstechnik wird dabei zu einem bildkonstruierenden Element.
Die verwendete Technik mit Tusche, Grafit und Acryl auf Papier spricht für das Medium der Zeichnung, wobei die Handhabung, die offenen malerischen Strukturen und das Format die Sprache der Malerei sprechen. Colette Couleau vereint beide Medien - das „disegno“ mit dem „dipinto“ – und schafft damit einen neuen stilistischen Ausdruck und eine ihr eigene Formensprache.
„Diskretes Chaos„
Sich meiner Arbeit mit Worten anzunähern und sich einer linienförmigen Anordnung der Sprache konfrontiert finden entspricht nicht dem Geflecht von Wahrnehmungen während derselben.
Man kann jedoch den Mal-/Zeichnungsprozess beschreiben als eine Art von Enklave für körperliche und mentale Erfahrungen in einer konstanten Wechselwirkung.
Die erste Annäherung an die weisse Fläche ist ein Loslassen, ein Spurenlegen, Würfel werfen, damit die Reise beginnen kann.
Die zweite Annäherung ist bestimmt von der Langsamkeit, der Beobachtung, einem meditativen Zustand. Mit langsamer und genauer Bewegung werden die Oberflächen mit Schichten bedeckt.
„Chaos discret„ ist eine Wechselwirkung zwischen Materie und Gedanke, ein Versuch, den dauernden Wechsel zu bewältigen, wach zubleiben gegenüber den wesentlichen Themen unseres Seins: Raum, Zeit.
“ Chaos discret “
Aborder mon travail avec des mots est me trouver confrontée à une structuration linéaire du langage ne correspondant pas à l’ entremêlement des perceptions durant celui - ci. Cependant le processus de dessiner / peindre peut se décrire comme forme d’ enclave de l’ expérience physique et mentale en constante interaction.
La première approche avec l’espace blanc est une attitude de laisser échapper, faire « tâche », lancer les dés pour que le voyage commence.
La seconde approche est une attitude liée à la lenteur, l’ observation, un état méditatif. Un geste lent et précis recouvre par couches les surfaces.
« chaos discret » est une interaction constructive de la matière et de la pensée, une manière d’ essayer d’ apprivoiser la permanence du changement, de rester en éveil aux thèmes intrinsèques de l’ être ; l’ espace, le temps.
Colette Couleau (Uebersetzung Hans Landert), Januar 2007